Vom Corona-Tief, einem traurigen Lebewohl und übertriebener Motivation

2020 war für in vielerlei Hinsicht ein schlimmes Jahr für mich. Nicht nur, weil ich einem meiner beiden geliebten Kater für immer Lebewohl sagen musste. Sondern auch, weil ich aufgrund der bedrückenden Stimmung in meinem Umfeld und natürlich aufgrund der veränderten Alltagssituation im vergangenen November in ein längeres Loch gefallen bin.


Klar, angesichts der Schicksalsschläge, die zurzeit täglich geschehen, ist das Jammern auf hohem Niveau. Denn ich und meine Liebsten sind (bis auf meinen wundervollen Tjark natürlich) bis jetzt glücklicherweise verschont geblieben. Ich habe keinen geliebten Menschen verloren, bin extrem dankbar und hoffe, dass dies noch lange so bleiben wird.


Motivationsschub und Tiefflug


Trotzdem muss ich sagen, dass 2020 für mich psychisch eine grosse Challenge war. Ich

hatte schon lange nicht mehr solche Stimmungsschwankungen. War ich an einem Tag noch erfüllt von übertriebener Motivation und wollte direkt alles anpacken und erledigen, was ich mir in den letzten Jahren immer vorgenommen hatte, war dies am darauffolgenden Tag wie weggeblasen.


Ich hatte keine Lust mehr auf die Arbeit (was bei mir extrem selten und ein Warnzeichen ist... ich liebe meine Arbeit!). Alles, egal was es auch war, fühlte sich super anstrengend und nervenaufreibend an. Lesen, interessante Serien auf Netflix schauen oder das für mich persönlich extrem wichtige Schreiben: Alles lag auf Eis und nervte mich wiederum genau aus diesem Grund noch mehr.


Ich wollte mir Rezepte ausdenken und diese auf meinem Blog vorstellen. Kochen, Schreiben, Zeichnen und alles in meiner Wohnung umstellen, damit ich mich im neuen Homeoffice-Zuhause wohler fühlte. Und dies am liebsten alles gleichzeitig. Denn schliesslich hatte ich ja jetzt mehr Freizeit zur Verfügung, konnte mir den langen Arbeitsweg ins Büro sparen. Das sagte ich mir immer wieder.


Malen, Schreiben und Kreieren


Stattdessen lag ich nur noch herum, konnte an nichts mehr Freude finden und fühlte mich, als würde ich mit allem, was ich tat, nur meine Zeit verschwenden. Dies ging fast einen ganzen Monat so. Meiner Schwester und meinem Freund sei dank, konnte ich das aber wieder ablegen. Inzwischen habe ich mich gefangen und bin psychisch wieder dort angekommen, wo ich vor Corona war.


Ich konnte neue Hobbys für mich finden. Holte mir mit meinem Freund zusammen riesige Lego-Sets, die wir am Abend jeweils bei interessanten Gesprächsthemen zusammenbauten. Seit bald einem Monat male ich auch an einem dreiteiligen Leinwand-Panorama von Amsterdam. Dies jedoch nicht aus meiner eigenen Kreativität heraus. – Malen-Nach-Zahlen lässt grüssen. :o)


Slow down, take it easy


Zudem habe ich endlich den Mut gefunden, ein Buchprojekt, welches ich vor 10 Jahren startete und nie vollendete, weiterzuführen und als komplett neue Version von Grund auf neu zu schreiben. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an zwei Freundinnen, die mir an einem von Rotwein geprägten Abend hierfür Mut machten.


Trotz all diesen neuen Projekten lasse ich mich jedoch nicht mehr davon stressen, eines davon so schnell wie möglich abzuschliessen oder regelmässig daran zu arbeiten. Auch nicht von meinem Blog. Denn die Ideen für abwechslungsreiche Gerichte fallen auch mir nicht in den Schoss. Und ich möchte meiner Leserschaft nicht nur 0815-Rezepte bieten.


Deshalb werde ich all dies ab jetzt leichter angehen... denn die besten Ergebnisse erzielt man, wenn man glücklich ist und sich nicht zu etwas zwingt. :)


Cheers,

Pflümli

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